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Jeden zweiten Mittwoch im Monat findet um 19:30 im Naturkundemuseum Ostbayern, Am Prebrunntor 4, 93047 Regensburg eine Zusammenkunft statt. Dabei werden neben der Besprechung laufender Agenden gelegentlich Vorträge von Gästen oder Mitarbeitern zu aktuellen Themen gehalten, so z.B. regelmäßig am Dezembertreffen zum Vogel des Jahres.
In den Monaten der "Frühjahrs- und Herbsttagungen" fällt das Monatstreffen aus.

Notizen der vergangenen Treffen (seit Okt. 2019):

12.02.2020
Schwerpunkt des Februartreffens der OAG Ostbayern war der Vortrag von Michael Schmolz vom LFU mit dem Thema: "Vogelmonitoring in Bayern - Status quo und Perspektiven". Er stellte darin die unterschiedlichen Programme und Module des Vogelmonitorings in Deutschland vor, das vom DDA bundesweit koordiniert wird, wie u.a. das Monitoring häufiger Brutvögel (MhB), Monitoring seltener Brutvögel (MsB), oder Monitoring rastender Waservögel ("Wasservogelzählung"). Eine gute Übersicht über alle laufenden Monitoringprogramme des DDA gibt auch diese Seite: https://www.dda-web.de/index.php?cat=monitoring&subcat=aktuell. Darüberhinaus sind auch Sondererfassungen geplant, wie z.B. eine Aktualiserung der Bestandsschätzung der Turteltaube (Vogel des Jahres 2020) nach dem Vorgehen von ADEBAR (Atlas Deutscher Brutvogelarten, https://www.dda-web.de/index.php?cat=adebar&subcat=hintergrund). Michael Schmolz stellte in seinem Vortrag auch die Wichtigkeit dieser Monitoringprogramme heraus. Nur solche standardisiert erhobenen und somit vergleichbaren, validen Daten können belastbare Zahlen und landesweite Trends zum Zustand der Vogelwelt liefern. Solche Aussagen und Trends werden nicht zuletzt von der Bundesrepublik Deutschland und den Ländern im Rahmen verschiedener nationaler Gesetze und Regelungen sowie internationaler Richtlinien und Konventionen benötigt und für die Erfüllung von Berichtspflichten internationaler Naturschutzübereinkommen genutzt (EG-Vogelschutzrichtlinie, EU-Biodiversitätsstrategie etc.).
Eine umfassende aktuelle Übersicht zur Bestandssituation der Vögel in Deutschland mit Ergebnissen aus den Monitoringprogrammen liefert auch diese Publikation: https://www.dda-web.de/downloads/publications/statusreports/statusreport_uebersichten_bestandssituation.pdf
Die Möglichkeiten einer Teilnahme an den Monitoringprogrammen im Bereich der OAG-Ostbayern sollen auf dem nächsten Monatstreffen nochmal konkretsiert werden.

Anschließend wurde noch kurz das Ergebnis der diesjährigen Zählung überwinternder Wasservögel an der ostbayerischen Donau vorgestellt (Mitwinterzählung Jan 2020). Die Individuensummen waren insgesamt gering im Vergleich zu den Vorjahren, was wohl der bis dahin eher milden Witterung des Winters zuzuschreiben ist. Z.B. Stockenten und Blässhühner bleiben bei milder Witterung generell weiter nördlich und östlich und kommen gar nicht so zahlreich bis an die Donau. Die detaillierteren Ergebnisse werden demnächst auf dieser Homepage dargestellt.
Kirsten Krätzel

8.1.2020
Zunächst berichtete Armin Vidal über eine neue Veröffentlichung von Marco Dinetti mit dem Titel "Urban Bird Atlases in Europe". Darin sind derzeit 122 Avifaunae von 89 europäischen Städten gelistet, darunter auch die beiden Regensburger Ausgaben (Klose et al., 1986 und Schlemmer et al., 2013). Die Übersicht ist in der Zeitschrift Ecologia Urbana, Ausgabe 2019, erschienen. Der Autor bittet um Hinweise zu anderen Stadtavifaunae, die noch nicht in der Liste enthalten sind.
Der Schwerpunkt des Treffens war dann die Planung und Einteilung der Wasservogelzählung am 12.1.2020. Hierzu hat das LfU aktuelles Kartenmaterial der Wasserflächen entlang der Donau im von der OAG betreuten Zählgebiet zwischen Kelheim und Straubing zur Verfügung gestellt, das mittelfristig als Basis für ein Online-Meldesystem dienen soll. Entsprechend sollen die Wasserflächen, die bisher nicht gezählt wurden, dieses Jahr von den Zählern in Augenschein genommen werden, um einzuschätzen, ob sich eine Zählung hier lohnt. Richard Schlemmer hat die Flächen in kleinere Einheiten zusammengefasst und mit einer neuen Nummerierung versehen. Für die Zählung des Großteils der Gebiete haben sich dankenswerterweise wieder wieder viele OAGler freiwillig gemeldet, die von Richard Schlemmer Karten der jeweiligen Gebiete erhielten. Hinzu kommt natürlich die Zählung der Vögel direkt an der Donau, die wie jedes Jahr am Montag von einem Team vom Schiff aus durchgeführt wird. Wir danken dem Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg, dass unsere Wasservogelzähler wieder auf Schiffen von Kelheim, Deggendorf und Straubing mitfahren können.
Benedikt Asbach

11.12.2019
Eingangs wurden einige anstehende Termine angesprochen: zunächst die Organisation der Wasservogelzählung von Kehlheim bis Vilshofen im Januar 2020 (am 11./12. & 13.01.20, weitere Zähler können sich gerne noch melden), sowie ein Hinweis auf die Jubiläumstagung zum 50-jährigen Bestehen des DDA im Nordosten Brandenburgs am 24./25.10.2020. Anschließend wurde noch kurz von der Jubiläumsveranstaltung "Wie geht es der Vogelwelt in Bayern? - Ein Zwischenfazit nach 40 Jahren EU-Vogelschutzrichtlinie" berichtet, die am 23.11.19 auf der Festung Marienberg in Würzburg stattfand (Veranstalter: Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) in Kooperation mit LfU und DDA) und über anhaltend negative, aber auch positive Entwicklungen informierte.

Der Schwerpunkt auf dem weihnachtlichen Dezembertreffen mit Lebkuchen, Spekulatius und Punsch war dann das Referat von Armin Vidal mit dem Titel "Die Lerchen der Welt - Familie Alaudidae" zum Abschluss des "Jahres der Feldlerche" 2019.
Die Familie umfasst 22 Gattungen und ca. 100 Arten von Lerchen, darunter mind. 8, die vom Aussterben bedroht sind. Die Lerchen dürften im späten Tertiär in Afrika entstanden sein. Es kam zu einer Radiation und Dispersion, sodass heute Lerchen weltweit verbreitet sind, allerdings gibt es von Natur aus in der Neuen Welt nur eine einzige Art (Ohrenlerche), in Australien ebenfalls (Horsefield-Lerche). Lerchen sind vor allem typische Bewohner des Eremials, also der Steppen und Wüsten mit Trockenklima und Vegetationsarmut. Sie weisen oft ganz spezielle Anpassungen an die Aridität auf, z. B. in Lebensweise und Stoffwechsel. Lerchen sind besonders für ausgeprägte Singflüge bekannt, in die sie oft auch Imitationen einbauen, einige Arten lassen aber auch Instrumentallaute, wie Flügelklatschen verlauten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Wirbellosen. Im Referat wurden die Anpassungen an die speziellen Umweltbedingungen und die Ernährungsweise eingehend dargestellt. Beispielhaft wurden Lerchenarten aus allen tiergeographischen Regionen der Erde, die von Lerchen besiedelt sind, vorgestellt. Auch auf unsere heimischen Arten Feld-, Hauben- und Heidelerche wurde Bezug genommen und besonders auf deren Gefährdung eingegangen. Viele Fotodokumente für diese Präsentation haben wieder unsere "OAGler" Kirsten Krätzel, Josef Baumgartner und Heinz Tuschl zur Verfügung gestellt.

Saharaohrenlerche

Haubenlerche (Neutraubling)
Das Vorkommen in Regensburg ist seit 2 Jahren erloschen
Fotos: Kirsten Krätzel

Kirsten Krätzel & Armin Vidal

13.11.2019
Nach einer Diskussion über das Für und Wider der Vogelfütterung im Sommer hielten Sönke Tautz & Kirsten Krätzel einen Bildervortrag über den herbstlichen Vogelzug auf Helgoland.
Helgoland ist weithin bekannt für seinen Seevogelfelsen, mindestens genauso bekannt aber auch als Hotspot des Vogelzuges, vor allem im Herbst. Aufgrund seiner isolierten Lage in der Nordsee ist Helgoland ein Anziehungspunkt für unzählige Vögel, die die Deutsche Bucht überqueren und auf der Insel Zwischenstopp machen, um ihre Fettreserven für den Weiterzug aufzufrischen. Die Insel bietet daher gleichermaßen gute Beobachtungsmöglichkeiten für Hochseevögel, Wasservögel und Singvögel. Typische See- und Küstenvögel wie Lummen, Möwen, Schneeammern und Ohrenlerchen, aber auch "Allerweltsarten" wie Buchfink, Bergfink, Singdrossel, Laubsänger, Wiesenpieper, Goldhähnchen und viele, viele andere Arten können oft aus nächster Nähe beobachtet und fotografiert werden. Und es lohnt sich stets, genauer hinzuschauen, denn oft lassen sich interessante Besonderheiten entdecken. Das können stark verspätete Durchzügler sein, wie Fitis oder Gartenrotschwanz zum Monatswechsel Oktober/November, eine Zwergschnepfe, die fast unsichtbar im Seetang am Strand sitzt, aber immer wieder auch echte Ausnahmeerscheinungen wie Bindenkreuzschnabel oder Goldhähnchen- und Dunkellaubsänger, die aus der Ostpaläarktis nach Helgoland kommen.
Aktuelle Informationen über die Insel und ihre Vogelwelt bietet die Homepage der OAG Helgoland (https://www.oag-helgoland.de/).

Fotos aus Helgoland:
Sommergoldhähnchen

Spornammer

Trottellumme

Zwergschnepfe

Kirsten Krätzel

16.10.2019
Richard Schlemmer bat zunächst Armin Vidal, die Sitzung zu eröffnen. Er berichtete dann von seinem Vortrag über die Vögel Regensburgs in Berlin vor der dortigen Ornithologischen Vereinigung (boa) und verglich einige Arten in ihrem Bestand. Berlin hat wesentlich mehr Wasser- und Wadflächen, aber weniger landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Das schlägt sich auch bei einigen typischer Arten in der Anzahl der Brutpaare nieder. So ist zum Beispeil der Habichtbestand in Berlin wesentlich größer als proportional zur Größe Regensburgs.
Anschließend berichtete Richard Schlemmer anhand einiger Fotos über die Zählung der Lachmövenbrutpaare am Großen Rußweiher mittels einer Drohnenbefliegung durch Josef Baumgartner. Das erstaunliche daran war, dass sich die Möven an der Drohne, die in einer Höhe von ca. 20 m flog, überhaupt nicht stören ließen. Anhand der Fotos in sehr guter Qualität konnten die Möven auf den Nestern sehr gut erkannt und gezählt werden. Vom Ufer aus mittels Fernglas und Spektiv wurde der Bestand auf ca. 300 BP geschätzt; die Drohnenbefliegung ergab ein viel genaueres und mittels Fotobeleg nachweisbares Ergebnis von ca. 2500 - 3000 Paaren!
Im Anschluß wurde noch diskutiert, wie man unsere Webseite attraktiver und aktueller gestalten könnte. Z.B. sollte ein Aufruf erscheinen, um Vorschläge über die Herbstfahrt zu bekommen. Heuer fällt die Herbstfahrt aus. Auch sollen zukünftig aktuelle Geschehen in kleinen Beiträgen regelmässig erscheinen. Ein Mitarbeit möglichst vieler ist ausdrücklich gewünscht!
Paul Baumann

 

 

 

OAG - Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern in der OG Bayern